Kreative Anfänge und erste Filme

Als Kind habe ich unendlich viel gezeichnet, und inspiriert dazu wurde ich vor allem durch Filme und Filmplakate, die ich schon in meiner frühesten Jugend sammelte. Da 40 Pfennige für eine Straßenbahnkarte von München-Laim bis in die Innenstadt zuviel Geld waren, nahm ich eben die kilometerlangen Fußwege zu den Verleihern in Kauf, um an das ersehnte Filmmaterial zu gelangen. Da stand ich dann in den Reklameabteilungen und bettelte den meist freundlichen Leuten schon mit acht Jahren die wildesten Wildwest- und abenteuerlichsten Abenteuerfilmplakate ab. Schön waren sie, diese Plakate, ganz toll gezeichnet, und bald erkannte ich auch eine Signatur am Rande eines Plakates wieder, nämlich die eines K. Dill, des Zeichners „meiner" Bessy-Hefte-Cover. Wow, dachte ich mir da, dieser Mann malt Filmplakate und Comic-Hefte, der muß der Größte sein. Durch solche Vorbilder animiert, entwickelte ich mich zum absoluten 1er-Zeichner meiner Schulklasse. Mit 12 Jahren bekam ich bei einem Schul-Zeichenwettbewerb den zweiten Preis von Oberbayern, vielleicht auch weil mich zu dieser Zeit ausnahmsweise gerade van Gogh sehr beeindruckte.

Vom begabten Zeichner entwickelte ich mich dann irgendwie zum besten Aufsatzschreiber meiner Klasse, der mit 12, 13 Jahren schon regelmäßig kleine Geschichten in der „Waldkraiburger Tageszeitung" unterbringen konnte.

So hatte ich mich auch 1972 für Buchdruck (die Schwarze Kunst) als Ausbildung entschieden, denn Drucke und Bücher waren des weiteren eine große Liebhaberei von mir.

Als Landschaftsmalereien keine Herausforderung für mich mehr darstellten, begann ich, leidenschaftlich Portraits zu zeichnen, und das in allen Variationen, von Bleistift über Kohle bis zum Ölbild.

Natürlich spielte auch Musik eine große, große Rolle, und seit ich 1970 wieder „Yesterday" von den Beatles gehört hatte, kamen mir viele musikalische Erinnerungen meiner Kindheit wieder zum Bewußtsein. Daraufhin begann meine lange Reise in die Vergangenheit, und ich studierte buchstäblich jede Musikgruppe und jeden Interpreten der 60er Jahre und schloß mich später auch selbst einer „Heimband" (Lead-Sänger und Ersatz-Baß) an.

Tolle Erlebnisse waren das, wenn wir zu fünft mit akustischen Gitarren losgezogen sind und an der Isar oder im Englischen Garten stundenlang meistens Beatles- oder Stones-Stücke spielten und dann oft bis zu hundert Leute um uns herum gesessen sind und johlten. Auf den Gedanken, dafür etwas zu kassieren, ist aber keiner von uns gekommen, vielleicht auch nicht, weil die Typen, die uns zuhörten, noch mehr pleite aussahen als wir.

Als ich im Bayrischen Staatsministerium für Wirtschaft- und Verkehr, wohin ich als Drucker 1980 gewechselt war, dem Chef des technischen Büros meine Zeichenmappe zeigte, nahm mich dieser sofort in seine Abteilung. Dort lernte ich Umbruch, Reprofotographie, Kartographie und wurde vor allem zum Graphiker ausgebildet. Viele zusätzliche Kurse, von Schriftenmalen über Baustile bis hin zum Aktzeichnen, die bildende Kunst, Fotokurse oder Ausstellungen aller Art zu besuchen war damals über diese Jahre mein Lebensinhalt.

Eigentlich gibt es zu viele „schöne Künste", als daß ich mich, in die Zukuft schauend, damals hätte festlegen wollen, und dann gab es ja auch immer noch den Film.


Einige Anekdoten können Sie lesen unter:

*... aus meiner Autobiographie von 2004 

 

 

1)  Leider habe ich die meisten meiner Zeichnungen, Bilder und vor allem die vielen Portraits verschenkt bzw. wollten die jeweiligen Personen sie natürlich haben. Deshalb gibt es aus dieser Zeit eigentlich nur noch dieses Ölbild (von Henny und ihrer Schwester Sabine), aber gerade die Ölmalerei ist mir nicht sonderlich gelegen, weil die Trockenzeiten viel zu lang waren, und dann war die Begeisterung bei mir einfach weg. Für mich ist Malen eine Mischung aus Talent und Technik, gepaart mit der starken Empfindung für das, was man darstellen will. Ähnlich wie beim Schreiben kann einen auch beim Malen eine Art Rausch überkommen, und man arbeitet und arbeitet, und es läuft und läuft, und manchmal bin ich dann über die Veränderung meiner Farben richtig erschrocken, bis ich merkte, daß nur das ins Zimmer fallende Tageslicht das Bild bzw. die Farben so verändert hatte.

Konstruierte Bilder, Texte, Musiken oder Filme können gut sein, aber ich bin mehr für ein beseeltes Schaffen.

                                                        1980

 

 

2)  1985)  Meinem Nachbarn, dem Graphiker Ferdinant Vogel, schaute ich auch gerne über die Schulter. War er doch ein talentierter Airbrusher, der schon so 3, 4 Titelseiten für den ,Stern‘ gemacht hatte. Wenn wir gerade nicht anderweitig beschäftigt waren, nahmen wir an Ausschreibungen teil, wie hier für das Münchner Oktoberfest. Aber schon damals hatte sich der Stil sehr geändert, und deshalb bestand letztlich weder für ihn noch für mich eine Chance zu gewinnen. Kreativ sein ist trotzdem besser, als sich passiv etwa der aktuellen „Fernsehkultur" zu ergeben.

 

3)  Die Coverbilder von Klaus Dill, wie hier bei den Bessy-Comic-Heften, zogen mich an wie ein Magnet, denn Dill konnte mit einfachen Strichen richtig gut Aktion darstellen. Seine Zeichnungen von z. B. Pferden im vollen Gallopp sind glattweg unübertroffen. Als Glücksfall kam noch hinzu, daß die Comic-Abenteuer von Andy und seiner Bessy mit zu den besten gehörten.

   1964

 

4)  Angefangen hat alles damit, daß es meinem Vater gelungen war, mich als Fünf jährigen mit in die Kinovorstellung des Karl-May-Films „Winnetou I. Teil" (der damals erst ab 12 Jahren freige- geben war) ins Savoy-Kino zu bekommen. Zu verdanken war das natürlich auch noch dem Umstand, daß der enorme Ansturm auf die letzten Kinokarten dieser Vorstellung das Kinopersonal völlig überfordert hatte.

Mein erster Kinofilm, und dann so ein phantastisches Erlebnis in Bezug auf Breitwand, Farbe, Musik, schöne Landschaft und zudem ein handfestes Abenteuer. Ich war dann auch derart begeistert, daß ich meine Erinnerungen daran unbedingt festhalten wollte. Diese Gelegenheit bot sich zwar in den Sammelbildern und Filmpostkarten, die damals in den Schreibwarengeschäften angeboten wurden, aber die großen Plakate und farbigen Schaukastenfotos des Kinos sprachen mich einfach wesentlich mehr an.

Als ich sechs Jahre alt war, kam ich eines Tages von der Schule nicht nach Hause. Meine Familie suchte mich, und mein Brunder fand mich dann vor dem Savoy-Kino. Ich stand da schon seit zwei Stunden vor dem Schaukasten mit der Deko des „Winnetou II"-Films, und besonders das DIN-A0-Filmplakat (des niederländischen Kunstmalers Dorul van der Heide) hatte es mir angetan. Von da an sammelten mein Bruder und ich Filmplakate, die wir von den großen Filmverleihen in München geschenkt bekamen. Die einzige Ausnahme war der Constantin-Filmverleih (Winnetou-Filme), denn gerade da hatte wir überhaupt keine Chance, Filmreklame zu bekommen.

   1964

Von meinen Eltern geduldet, sah ich mir schon in sehr frühem Alter alle möglichen Spätfilme an, und dementsprechend änderte sich auch bald mein Filmgeschmack. Heute kann ich mir sehr gut vorstellen, warum die Leute in den Filmreklameabteilungen manchmal lachten oder auch sehr erstaunt waren, wenn ich im Alter von 8, 9 Jahren schon nach Filmen von Humphrey Bogart, James Stewart, oder Gary Cooper fragte. Lediglich mit „Schmuseplakaten", wo so Frauen wie Marilyn Monroe drauf waren, konnte ich zu dieser Zeit einfach noch gar nichts anfangen.

Von 1964 bis 69 hatten wir an die zweitausend Filmplakate und zahllose Aushangfotos angesammelt, von denn wir uns jedoch vor dem Umzug nach Waldkraiburg komplett trennen mußten.

Erst 1977 begann ich, mir erneut eine Filmplakate-Sammlung aufzubauen, diesmal allerdings unter anderen Voraussetzungen. Der „Kindervorteil" war längst weggefallen, außerdem hatten die Filmverleihe in den 60er Jahren fast das gesamte Werbematerial vernichtet, oder es vermoderte langsam in feuchten Kellern. Trotz der schlechteren Chancen blieb ich hartnäckig, gab kleine Geschenke und wandte viel Überredungskunst an. Die Schönheit und Vielseitigkeit alter Kinoplakate, die von erstklassigen Künstlern gemalt worden waren, galt es jetzt vor allem zu erhalten. Radikal wurde weiterhin deutsche Plakatkunst weggeworfen oder vernichtet, weil sie weder als künstlerisch noch als Zeitdokument galt und zudem keinen Wert darstellte. Zumindest letzteres änderte sich mit der ersten Filmbörse 1980 in München, und bald setzten auch wahre Großsuchaktionen ein, um verschollene, seltene und schöne Stücke zu finden. Eines der gesuchtesten Filmplakate war z.B. das Original zum Film „Casablanca", das Mitte der 80er Jahre noch nicht einmal mehr vom Motiv her bekannt war. So wurden unbesehen bald Tausende DM dafür geboten, und als das Erstaufführungsplakat dann erstmals auftauchte, war die Enttäuschung in der Sammlerszene natürlich groß, denn nur der Kopf von Ingrid Bergmann war darauf zu sehen und eben kein Bogart. Besonders die Sammler Manfred Christ und Volker Pantel haben es durch ihre akribischen Suchaktionen und Bücher geschafft, fast alle Filmplakatmotive wieder ausfindig zu machen.

 

5)  Mein geliebter Schreibtisch, an dem ich gerade in Karl-May-Filmprogrammen blättere. Das muß so um 1968 gewesen sein ... eine schöne Zeit! Damals hab´ ich auch ziemlich intensiv die „Schlager der Woche" gehört, und die erste Single, die ich mir dann (mit knapp elf Jahren) kaufte, war „Help yourself" von ,Tiger‘ Tom Jones, worauf ich heute noch recht stolz bin. Ich erinnere mich auch noch, daß ich so lange für diese Platte sparen mußte, daß es sie fast schon nicht mehr im Laden gegeben hätte. Auch heute ist das noch, unter Begleitung dieses aufbauenden Rhythmus ein klasse Titel: „Hilf dir selbst" (... denn die anderen tun´s nicht).

 

6)  1981)  Als Junggraphiker im Wirtschaftsministerium, hier beim Ausleuchten des obigen Bildes von mir. Mein Chef hielt ziemlich viel von meinen Arbeiten, aber eigentlich noch mehr von meiner Freundin. Er redete deshalb ständig auf mich ein, daß sie für nötige Aktzeichnungen für „uns" Model stehen sollte. Als wir das ablehnten, setzte er mich die nächsten Jahre sehr unter Druck. Seit dieser Zeit weiß ich, daß ich am besten arbeiten kann, wenn ich unter Druck stehe.

 

7)  1986 in Joachim Fuchsbergers „heut´ abend" Sondersendung, anläßlich des Münchner Filmfestes zusammen mit Senta Berger, Bernd Eichinger, Bob Arnold, Klausjürgen Wussow, Eberhard Hauff u.a. Ich selbst sollte als Filmfan auftreten und dem Publikum durch die Filmplakate, die ich zeigen sollte, wohl einige sentimentale Kinoerinnerungen wiedergeben. Besonders Joachim Fuchsberger verstand, was ich eigentlich wollte, nämlich den Graphikern von einst etwas Anerkennung verschaffen und selbst an Plakaten retten, was noch zu retten war. Die Fuchsbergers luden mich vorher noch zum Essen ein, und er sagte dabei zu mir: „Das garantiere ich dir, morgen wirst du kein Unbekannter mehr sein." In seiner Sendung hob er mich dann so enorm hervor, daß Eberhard Hauff, der damalige Leiter des Münchner Filmfestes, vor laufender Kamera spontan zu mir sagte: „Sie bekommen von mir beim nächsten Münchner Filmfest eine Ausstellung in einem Rahmen, so groß wie Sie möchten." Ich mußte ihn zwar dann noch etwas anschieben, damit das Versprechen eingehalten wurde, aber letztlich hatten wir auch danach noch einige kreative Zusammenarbeiten.

Zitat: „Privat kannst du mich duzen, aber wenn jemand da ist, dann bin ich Herr Hauff."

Fotos: Mit am Tisch Gundula Fuchsberger, Regisseur Ekkehard Schmid (auch der „Blut-Schmid" genannt) und die Aufnahmeleiterin.

 

8)  Gabi Klinger, eine ruhige, kluge und starke Frau ... und so etwas wie mein Schutzengel. Seit 1987 kenne ich sie. Damals habe ich sie und ihren Freund im „Crash" kennen gelernt. Sie arbeitete lange bei der Telux-Film, und so verbindet uns eine Freundschaft, die auch immer die Themen Film und Musik berührt.

 

 

9)  1984)  Festival des Fantastischen Films. Es war schon toll, das von mir gestaltete Plakat überall in der Stadt hängen zu sehen. Hier im „Rex" in München, dem Austragungskino, wirkte es sehr effektvoll und besondes beklemmend. Die Treppe hinunter schreiten Dieter Herbinger und „Schlitzohr" Mario Hallhuber (Bravo).

 

 

10)  1984)  Peter Orloff kam in den 80er Jahren auf seinen Nachhause-Fahrten von Wien nach Köln regelmäßig bei mir vorbei. Ich erklärte und zeigte ihm alles, was man von alten Filmplakaten wissen muß, bis hin zur aktuellen Preislage, und wir diskutierten auch viel über Texte und die Instrumentierung seiner jeweils aktuellen CD. Er wollte es wirklich immer ganz genau wissen: „Hör dir mal das an, wie findest du das ... ist der Text da nicht zu kritisch?" Ich lernte dabei, offen eine Meinung zu sagen, weil einfach nur das dem Fragenden weiterhilft. Einmal sagte er: „Weißt du, die ersten Nr.-1-Hits waren gar kein Problem, und ich war ein Star, aber danach, da brauchte ich den zehnfachen Kraftaufwand, um überhaupt noch auf Platz 10 in den Hitlisten zu kommen." Gut für Peter, daß er ein Kämpferherz hat.

 

11)  Klaus Dill war der erste Graphiker den ich bewundet habe. Damals war ich sieben Jahre alt und verschlang die „Bessy"-Comics. Später rief er einmal im Monat an und klagte mir sein jeweiliges Leid, und ich versuchte, ihm immer wieder Mut zu machen. Als er mich wieder einmal in München besuchte und einige Originale von Renato Casaro bei mir an den Wänden hängen sah, meinte er traurig: „Von dem kaufen sie Bilder und von mir nicht." Er konnte und wollte auch einfach nicht begreifen, daß die Zeit der reinen Zeichenkünstler längst schon der nostalgischen Vergangenheit angehörte.

Im Februar 2000 ist er im Alter von 77 Jahren gestorben. Seine Schwester bedankte sich zwar bei allen, die ihm geholfen hatten, seine Vereinsamung zu überwinden, aber ein Vorwurf bleibt für alle seine Freunde, wie auch für mich, dennoch und sogar zu Recht im Raume stehen.

 

 

12)  Hatari.

 

 

13)  Irgendwann Ende der 80er Jahre lernte ich Dorul van der Heide kennen. Er war der Plakat- maler meiner geliebten Karl-May-DIN-A0-Filmplakate gewesen, und ihn so viele Jahre nach meinem Einstiegserlebnis dann einmal zu Hause besuchen zu können war schon ein tolles Erlebnis. Plakate malte er aber seinerzeit nur, wenn er in Geldnöten war, denn eigentlich war er Kunstmaler. Unter denen waren solche „Ausrutscher" wie Plakatgestaltungen sehr verpönt, weshalb er auf diese auch niemals seine Signatur gesetzt hatte.

Er bot mir an, für ihn als Kunsthändler zu fungieren, aber dafür hielt ich mich seinerzeit noch für zu jung.

 

14)  1995 produzierte ich für 5000 DM einen Film mit einer Edgar-Wallace-Film-Fan-Tuppe aus Hannover. Mit diesen 22 Leuten wurde der Film "Der Schlüssel zum Tod" an acht Wochen- enden (jeweils Freitag bis Sonntagabend) hintereinander abgedreht. In München hätte ich keine Chance gehabt, dieselben Leute auch nur noch für ein zweites Wochenende zusammenzube- kommen. Für mich selbst brachte diese Produktion die wichtige Erfahrung mit sich, zu wissen wo, und mit wem man soetwas machen kann.

Das Endergebnis ist eigentlich zu gut ausgefallen. Eben zu gut, daß Leute die Amateurfilme mögen, sich darüber amüsieren konnten, und zu amateurhaft (Durchschnittsalter zu jung), um einfach ernst genommen zu werden. Das Horror-Insider-Magazin „Splatting Image" widmete dem Film fast zwei Seiten. Zum Ende der Beschreibung und Kritik hieß es da: „Die intelligente Inszenierung und die guten Dialoge, die den Originalfilmen weitgehend nachempfunden sind, können manche kleinere technische Probleme, die Videoproduktionen natürlicherweise mit sich bringen, vergessen machen. Eine kleine Perle, die dringlichst empfohlen wird." Gerade von diesem blutrünstigen Völkchen hätte ich nicht erwartet, so einen Zuspruch zu bekommen, aber wenn´s gefällt, freut man sich über alle, die man bedienen kann. Unglaublicherweise wird dieser Film zudem in zwei Edgar-Wallace- Büchern qualitativ höher eingestuft als die drei Edgar-Wallace-TV-Neuproduktionen aus der Mitte der 90er Jahre.

Später unterstützte ich noch den filmbeseelten „Newcomer" Dennis Dellschow ab und zu bei seinen Kurzfilmen wie „Der Mönch des Schreckens" (siehe auch Edgar-Wallace-Lexikon).

Fotos: Ansprache an die Filmakteure aus Hannover 

 

 

 

 

15)  1996)  Franka Potente kam öfter in unsere Filmbuchhandlung der „Filmland Presse" in die Rosenstraße und stöberte oft stundenlang. Sie war für eine angehende Schauspielerin nett und sehr natürlich. Eines Tages sagte sie freudig, daß ihr erster Film im Sendlinger-Tor-Kino angelaufen wäre und wir sie jetzt endlich in einem Film sehen könnten. Der Film hieß „Nach fünf im Urwald". Außer diesem habe ich keinen Film mehr von ihr gesehen ... und sie selbst danach auch nicht mehr.

 

16)  1996)  Auf dem Bavaria-Filmgelände (hier im legendären „Boot") war ich in den 80er Jahren öfter, weil ich als Komparse in Serien wie „Löwengrube", „Marienhof" usw. aushalf. Also, wenn die Temperaturen unter null Grad sanken oder Samstagnacht um 24.00 Uhr die erforderlichen Leute ausblieben, dann kam ein Anruf: „Kannst du schnell kommen?" Höhepunkt dieser Einsätze waren kleine Rollen in „Soko" und im „Tatort". Einmal spielte ich in einem „Tatort" einen Sozialarbeiter (im adretten Öko-Pulli). Bei diesen Dreharbeiten nervte mich besonders die Aufnahmeleiterin, die sich nie meinen Namen merken konnte und wegen ständiger Änderungen in meiner Nebenrolle immer „Acryl, Acryl" nach mir rief, und alle am Set lachten und lachten („Sie meint wieder dich !").

 

17) Renato Casaro ist für mich der beste Filmplakatemaler! Das liegt auch an seiner Technik; er ist Kunstmaler und perfekter Airbrusher und kombiniert in seinen Arbeiten beides miteinander zu seinem Stil. Die vielen Bücher, die es über ihn gibt, dokumentieren sein Können und seine Perfektion eindrucksvoll. Seit 1992 kenne ich ihn und seine Frau persönlich (zudem besitze ich zwei seiner Gemälde), und wir haben auch den Kontakt zueinander nie verloren. So konnte ich ihn 2003 dazu überreden, bei einem Buch über deutsche Plakatmaler der 50er Jahre das Vorwort zu schreiben, das letztlich sogar noch viel interessanter ausfiel, als ich selbst gedacht hatte, denn er kannte die deutschen Filmplakatemaler der 50er Jahre gut, und seine Ansichten über deren Arbeiten waren hochinteresannt.